Sonntag, 2. März 2014

An alle Pfeifen im Stadion!

Beim 0:1 gegen Mainz sind wieder einige Fans im Stadion gewesen, die von Fußball und Sport im Allgemeinen überhaupt nichts zu verstehen scheinen. Unmittelbar nach dem Gegentor haben Sie die Gelegenheit genutzt, um ihren Frust abzubauen und die eigene Mannschaft auszupfeifen. Lars Bender war darüber sichtlich verärgert. Ich habe mich geschämt. Deswegen hier der Aufruf an all die Pfeifen: Bleibt beim nächsten Heimspiel zuhause!


Mit jedem verlorenen Spiel wächst auch bei mir die Ratlosigkeit über das Auftreten der Werkself. Gegen Mainz waren die ersten 15 Minuten ok. Was danach kam, hat nichts mehr mit dem Bayer 04 aus der Hinrunde zu tun. Viel zu langsam im Umschalten, fehlende Kreativität vor dem Tor und dann regelmäßig Patzer in der Abwehr.

Ist doch klar, dass man als Fan sauer wird, wenn die eigene Mannschaft so weit unter ihren Möglichkeiten spielt, und ich bin niemand, der immer nur lobende Worte über das Team verliert – im Gegenteil.  Ich sehe vieles kritisch und hinterfrage so manches. Trotzdem gehe ich ins Stadion, um meine Mannschaft zu unterstützen. Für die 90 Minuten zählt für mich nur das Spiel, egal was die Woche davor passiert ist.

Bei einigen Fans, wenn man sie so nennen möchte, scheint das anders zu laufen. Sie machen sich wahrscheinlich schon mit der Absicht auf dem Weg ins Stadion, der Mannschaft heute mal richtig zu zeigen, dass es nicht in Ordnung ist, wie sie im Moment spielen. Auf ihren Plätzen, meistens auf der Haupttribüne, gucken sie sich das ganze Spektakel zunächst ein paar Minuten an, meckern etwas über "die Flasche Derdiyok", "den Verräter Sam" und warten auf die Gelegenheit zum lang ersehnten Pfeifkonzert ansetzen zu können.

Die kam dann gestern mit dem 0:1 in der 37. Minute. Prompt waren diejenigen, die sonst nie den Mund aufbekommen, die lautesten im Rund der Bay Arena. Welche Absicht dahinter steckt, das eigene Team kurz nach einem Gegentor im heimischen Stadion auszupfeifen, würde ich mir gerne mal von einer der Pfeifen erklären lassen. Anscheinend haben sie selber noch nie Sport getrieben, geschweige denn Fußball gespielt. Lars Bender hat der Haupttribüne auch direkt gezeigt, was er davon hält.

Die können doch nicht davon ausgehen, dass das einen positiven Effekt auf das Team hat. Da stehen junge Kerle auf dem Platz, die zwar ne Menge Geld verdienen, aber deswegen noch lange keine abgebrühten Profis sind. Und die Julian Brandt-Sprechchöre waren dann das negative Highlight. Der Junge ist 17 und soll Heilsbringer für einen kriselnden Top-Verein in der Bundesliga sein? Man kann sich ja wohl denken, dass die Leistung der Spieler nicht besser wird, wenn die Fans einen 17-Jährigen fordern, der bis vor einem Monat noch U19 gespielt hat.

Der Verein scheint sich aber auf die negative Reaktion eingestellt zu haben. Im Stadion-Magazin hat Rüdiger Vollborn die Fans zu Geduld und Unterstützung aufgerufen. Roberto Hilbert hat die Anhänger im Interview explizit gelobt –  "unsere Fans sind sensationell". Dass die Spieler sich dann nach dem Spiel einem pfeifenden Publikum gestellt haben, fand ich gut. Denn es wäre wirklich schade, wenn wie unter Dutt das Verhältnis Mannschaft–Fans einen dicken Kratzer bekommen würde.

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