Sonntag, 9. März 2014

Wir brauchen Helden in Paris!

1:1 in Hannover – leider nicht das Selbstvertrauen geholt, das die Mannschaft vor den wichtigen Spielen bei den schier übermächtigen Gegnern Paris und Bayern gebraucht hätte. Jetzt gilt es, in Paris eine Leistung abzuliefern, mit der die Mannschaft für die kommenden Spiele wieder Sicherheit bekommt. 


Was mag im Kopf eines Fußballprofis vorgehen, der vor eigenem Publikum 0:4 im Achtelfinale der Champions League verliert und anschließend – zurecht – in den Medien und von Fußballdeutschland heftigst für den ängstlichen Auftritt kritisiert wird? Ich weiß es leider nicht. Ich würde jedenfalls auf das Rückspiel brennen, um zu zeigen, dass ich es besser kann. Erst recht, wenn es nichts mehr zu verlieren gibt. Wer weiß, vielleicht kann eine gute Leistung in Paris das Erfolgserlebnis sein, das die Bayer-Profis brauchen. Vielleicht ist der Auftritt bei Zlatan und Co. aber auch nur ein weiterer Mosaikstein, der sich in das immer deutlich werdende Bild einer derzeit nicht konkurrenzfähigen Bayer-Truppe einfügt.

Nach dem Auftritt in Hannover ahne ich, dass es doch eher Letzteres wird. Denn die Werkself geht momentan offensichtlich mental am Krückstock. Die sogenannten Hallo-Wach-Effekte scheinen bei Bayer derzeit im Nichts zu verpuffen. Elfmeter gehalten, Tor gemacht, Ball verstolpert im Mittelfeld – Gegentor. Wenn ich nach so einer Niederlagenserie in Hannover führe, erwarte ich als Nicht-Profi doch eigentlich, dass so ein Treffer das nötige Selbstvertrauen gibt und den Willen weckt, die Krise zu beenden. Aber ich bin eben nur Amateur-Kicker. Bei mir geht's höchstens darum, wer das nächste Bier an der Theke bezahlt. Die Bayer-Profis wissen jetzt schon, dass nach der Saison keiner mehr über sie reden wird.

Wen interessiert es schon, wer Dritter oder Vierter in der Bundesliga geworden ist und sich sang- und klanglos aus der Champions-League verabschiedet hat? Klar, DFB Pokal war ja auch noch. Da sprechen höchstens die Lautern-Fans noch drüber nach der Saison. Aber das berechtigte Ziel der Werkself, nach der tollen Hinserie auf historische Erfolge (DFB Pokal Sieg, Viertelfinale Champions League) unterm Bayer-Kreuz zu hoffen, ist innerhalb weniger Wochen zum Anspruch verkommen, möglichst wieder auf  den internationalen Rängen zu landen. Das kann einen ambitionierten Spieler nur ärgern, und aus diesem Motivationsloch haben sich die Bayer-Profis bisher nicht befreien können. Gegen Hannover zu gewinnen, um dann gegen Paris und Bayern unterzugehen, würde wohl auch erneut einen herben Dämpfer für das angekratzte Selbstvertrauen bedeuten. Deshalb, liebe Werkself: Zeigt in Paris, was ihr könnt und holt euch euer Selbstvertrauen zurück. Die Saison ist noch nicht vorbei, und auch ohne Titel können Heldengeschichten geschrieben werden!

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