Montag, 23. Januar 2017

Lautlos zurück in die Erfolgsspur

Foto: Andreas Mohr 
Es war doch alles angerichtet für einen tollen Fußball-Nachmittag: Bellarabi zurück, Schenkmann zurück, Schmidt noch da. Letzteren hätten wohl viele in der Winterpause gerne mit den Silvester-Raketen gen Süden geschossen (Ich nicht). Doch frisch frisiert stand der Roger wieder an der Linie und hatte sich für den Auftakt ins Fußball-Jahr 2017 sogar mal ein spielerisches Konzept zurecht gelegt.  


Das sah gegen die Hertha aus Berlin tatsächlich nach Fußball aus: Kombinationen, Zweikämpfe und Elfmeter in angenehm wechselnder Reihenfolge. So macht das doch wieder Lust auf die nächsten Auftritte in der BayArena. Europa, wir kommen! Nur das mit dem Gebrüll lassen wir mal sein. 

Wir haben echt eine tolle Akustik im Stadion. Das war total praktisch gestern, weil ich während des Spiels aus dem Mundloch in B9 mit meinem Kumpel in D5 die Abendplanung besprechen konnte. Ohne Handy. Zwischendurch habe ich sogar den Schiedsrichter husten hören. Nicht, dass die vergessen, uns für das nächste Spiel Bescheid zu geben. Vermutlich haben sich die Jungs gestern erschrocken, als sie nach 90 Minuten das erste Mal auf die Tribüne geschaut haben. Huch, da sind ja Fans. Wo kommen die denn auf einmal her?!

Der Protest war richtig, aber überzogen

Wir haben auf jeden Fall gelernt, dass es zwischen den Variablen "Scheiß-Stimmung" und "Scheiß-Leistung" keine unmittelbare Relation gibt. Beides ist getrennt voneinander möglich. So geschehen gestern Nachmittag. Da spielen die Jungs endlich mal wieder richtig gut und wir haben nicht mehr übrig als ein Achselzucken?

Ich weiß ja nicht, wie das gestern bei euch war, aber meine Frau hat mich nach dem Spiel am Telefon weggedrückt. Sie hat meine Stimme nicht erkannt hat, weil ich mich einfach viel zu gesund angehört habe. Ne, ohne Quatsch: Das kann's doch auch nicht sein. Das Erlebnis-Stadion muss sich nach Heiserkeit, Gänsepelle und Adrenalin anfühlen. Das gestern war so aufregend wie ein Sportplatzfest beim SC Hitdorf. 

Ich finde den Protest richtig. Besonders die Ultras und alle anderen Fans der Nordkurve, die viel Zeit und Geld in den Verein investieren, müssen sich eine Stimme machen können. Wenn etwas schief läuft, muss man es auch ansprechen dürfen. Das ist ja mal klar.

Ich fand aber die Art und Weise überzogen. 15 Minuten mit Ankündigung hätten es auch getan. Das wäre ein Zeichen für alle gewesen: Hier ist etwas vorgefallen, das so nicht richtig ist. Wer auch immer Adressat dieses Protestes war: Es hat in erster Linie die Falschen getroffen – Die Mannschaft. 

Ohne Nordkurve geht es nicht

Die Jungs haben das Jahr 2016 mit ner kämpferischen Leistung beim FC beendet. Ich möchte nicht wissen, was bei ner Niederlage in Köln los gewesen wäre. Jetzt kommen sie aus der Winterpause, spielen gut und werden dafür mit Schweigen belohnt? In der Rechnung stimmt doch etwas nicht.

Natürlich hätten die anderen Fans genauso singen und Stimmung machen können, zarte Versuche gab's ja. Ohne die Jungs aus der Nordkurve scheint das aber nicht möglich zu sein. Fest steht: Wir brauchen die Nordkurve und die Nordkurve braucht die anderen Fans. So, und jetzt ist auch mal wieder gut dem Thema. 

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