Montag, 8. Mai 2017

Das Feuer muss weiter brennen!


Ich habe am Samstag gezittert. Also, so richtig gezittert. Nicht dieses Zittern, mit dem DSDS-Zuschauer und Lottospieler jeden Samstagabend vor der Glotze sitzen. Ich habe nicht gehofft, dass irgendein Goldkehlchen die Töne trifft oder mein Kulli zufällig an der richtigen Stelle das Papier berührt hat. Ich habe gezittert, weil ich Angst um meinen Verein hatte. 

Als das 0:1 für Ingolstadt gefallen ist, hatte ich gerade meinen kleinen Sohnemann auf dem Arm. Ich habe mich in dieser Saison schon sehr oft über unsere Mannschaft aufgeregt, aber in dem Moment war ich in Schockstarre. Da flog kein Bierglas, da wurde nicht geschimpft, da war einfach nur Stille. Und das lag nicht daran, dass der kleine Stinker gerade mit dem Sandmännchen um die Häuser zog. Das lag daran, dass ein wunderschöner Lupfer von Sonny Kittel die Hoffnungen auf das vorzeitige  Ende einer gottverdammten Saison vernichtete.

Wenn dieser Text nicht gut geklickt wird, schicke ich ihn an einen Verlag für billige Groschenromane. Euch kullern bestimmt auch schon dicke Tränen am Dreitagebart runter. Nicht schlimm, ich bin momentan auch in einem emotionalen Ausnahmezustand. Diese Angst vor dem Abstieg kennen viele von uns halt nicht. Ich war 2003 zwar schon volljährig, aber mein Gefühls-Haushalt glich damals auch ohne Bayer schon einem Wühltisch für reduzierte Bettwäsche bei IKEA. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie sich das damals angefühlt hat.

Heute ist es jedenfalls ein Alptraum, seinen geliebten Verein am Boden zu sehen. Und da waren wir zwischenzeitlich, als Ingolstadt geführt hat. Zum Glück haben wir einen 17-Jährigen im Kader, der neben seiner Abiprüfung auch nochmal eben den Bayer rettet. Irgendwie ist das doch bezeichnend für unsere Truppe, dass gerade Havertz das Tor gemacht hat. Gestandene Profis wie Kieß oder Volland waren im Abschluss einfach zu nervös. 

Deshalb ist es wichtig, am Samstag gegen Köln da zu sein für die Jungs. Schraubt eure Erwartungen runter. Geht nicht mit der Faust in der Tasche ins Stadion, um die Mannschaft bei der ersten Gelegenheit an die Wand zu pfeifen. Geht lieber in Vorleistung und sorgt dafür, dass das ein Heimspiel wird. Haltet doch mal die Finger bei Twitter und Facebook still und meckert nicht über jeden Mist. Besinnt euch doch für die letzten zwei Spieltage mal auf das Wesentliche: Es geht hier um die Existenz unseres Vereins! 


Ich für meinen Teil würde gerne in ein paar Jahren Klein-Buhli mit ins Stadion nehmen und ihm den Verein zeigen, für den sein Vater seit Jahrzehnten Feuer und Flamme ist. Es wäre schön, wenn ich ihm dann von diesem Samstag im Mai berichten könnte, an dem wir in einem Endspiel den FC geschlagen haben. Einen Titel kann ich ihm nicht zeigen, aber die Tabelle der 1. Bundesliga mit dem Bayer vorm FC.

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